"Euthanasie" oder aktive Sterbehilfe in Kanada / Medical Assistance in Dying (MAID)

Da mir immer wieder und auch heute Empörung darüber in die X Timeline gespült wird, aber selten bis nie der Kern des Problems aus meiner Sicht getroffen wird, mal ein paar Gedanken dazu:

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An und für sich ist gegen aktive Sterbehilfe, wenn es dem Wunsch der Betroffenen entspricht, nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil, ich kann mir diverse Gesundheitsprobleme vorstellen, mit denen ich auch nicht weiter leben wollte.

Der Hase im Pfeffer entsteht erst, wenn - wie in Kanada - das Gesundheitssystem ein staatliches Monopol ist. (Kanada ist da irgendwo zwischen der deutschen GKV und dem britischen NHS auf dem Spektrum).

Wenn jeder Mensch gezwungen wird, in eine gemeinsame Kasse einzubezahlen, fehlt dieses Budget den Menschen für eigene Gesundheitsvorsorge / private Versicherung. Am Ende entscheidet dann eine anonyme Bürokratie darüber, welche Behandlungen und Maßnahmen übernommen werden - und damit letztlich über Leben und Tod.

Unter diesem Vorzeichen ist eine Entscheidung für eine Euthanasie eben NIEMALS aus freien Stücken eine eigene persönliche Abwägung zwischen Behandlungsaufwand, Lebensqualität, Risiko etc.

Das Ganze betrifft btw. staatliche Gesundheitssysteme schon unterhalb der "Euthanasie-Schwelle". Die Abwägung, welche gesundheitlichen Risiken man bereit ist abzusichern, indem man permanent xy € in eine Versicherung bezahlt, oder bei welchen man sagt "lieber jetzt gut leben und halt yeeten, wenn ich Krebs krieg", muss jeder für sich treffen. Alles andere ist absolut dystopisch.

Staatliche Gesundheitssysteme sind moralisch absolut fürchterlich.